Unsere Pfarrei / Geschichte / Glocken
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Die Kirchenglocken

Die zur Zeit der Gründung der Hagener Freiheit errichtete Kapelle hatte wahrscheinlich nur eine Glocke. Anfang des 16. Jahrhunderts, in welchem vermutlich die Kirche gebaut wurde, kamen zwei weitere Glocken hinzu. Als im Jahre 1816 das Dach der Kirche und der Helm des Turmes bei dem großen Brand ein Opfer der Flammen wurden, zerschmolzen die drei in der Kirche vorhandenen Glocken.

Erst im Jahr 1819 wurden das Dach der Kirche und der Helm des Turmes erneuert. Aus dem noch vorhandenen Metall der zerschmolzenen drei Glocken wurde von Vater und Sohn W.M.P.H. Rinke aus Lün bei Wetzlar eine 1000 Pfund schwere Glocke gegossen. Zwei kleinere Glocken wurden von der Firma Petit & Edelbrock aus Gescher bei Coesfeld hinzugeliefert. Die dazu benötigte Summe sollte von den Pfarrangehörigen des Kirchspiels Hagen durch eine Sonderabgabe zum gleichen Prozentsatz der Grund- und Klassensteuer aufgebracht werden.

Da dieser Betrag aber wegen der Armut der durch den vorhergegangenen Brand schwer heimgesuchten Bevölkerung bei weitem nicht reichte, stellte man an den damaligen Landrat, den Freiherrn von Lilien, einen Antrag auf Bereitstellung von Mitteln aus dem Gemeindefonds, der aber abgelehnt wurde. Deshalb mußte die noch fehlende Summe durch Haussammlungen aufgebracht werden.

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Aus den noch gut erhaltenen Sammellisten ist die Opferfreudigkeit der Einwohner zu ersehen. Der damalige Pfarrer Lübke spendete 30 Taler. Selbst Knechte und Mägde spendeten ihre Silbergroschen. Auch Namen Allendorfer Bürger, die ihr Scherflein zum guten Zweck beitrugen, sind in den Verzeichnissen aufgeführt. Man wandte sich wegen einer Spende sogar an die damalige Königin Elisabeth von Preußen mit dem Versprechen, einer der Glocken ihren Namen zu geben.

Das eigenhändig geschriebene Antwortschreiben der Königin befindet sich noch im Pfarrarchiv. Es hat folgenden Wortlaut: „Ich genehmige Ihren Antrag vom 19. November gern, daß einer der neuen Glocken der Kirche zu Hagen mein Name beigelegt werde, und wünsche, daß das neue Geläut ein Denkmal thätigen kirchlichen Sinnes der jetzt lebenden Gemeinde; den späteren Nachkommen derselben zu dauerndem Erbe und zu erwecklicher Anregung kirchlicher Gemeinschaft erhalten werde. Charlottenburg, den 23. Dezember 1844. Elisabeth."

Die Überweisung des Betrages von 50 Reichstalern erfolgte mit folgendem Begleitschreiben: „Ihre Majestät die Königin haben auf den Antrag der Vorsteher der Pfarrgemeinde Hagen vom 25. Oktober 1844 zur Berichtigung der Restschuld von 226 Thaler für zwei neue Glocken, einen Betrag von 50 Thalern, allergnädigst zu bewilligen geruht, welchem ich mich beehre, dem Herrn Vorsteher in Allerhöchstem Auftrag ergebenst zu übersenden.
Berlin, den 11. November 1844, Sahn, Königl. Legations Rath...

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