Alte Pfarrkirche

Hubertusaltar
 
Hubertusaltar
 
Hl. Hubert
Bischof von Maastricht und Lüttich

Hubert ist eine jener Heiligengestalten, deren Leben und Wirken fast völlig von der Legende überdeckt werden. Kaum einmal wird bei der Nennung des Namens daran gedacht, daß dieser Hubert auch Bischof war und viel für die Christianisierung getan hat. Aber fast jeder weiß, daß Hubert der Patron der Jäger und Forstleute ist, daß ihm zu Ehren um den 3. November herum die traditionellen Hubertus-Jagden stattfinden und der Heilige in manchen Gegenden sogar zu den Nothelfern gezählt wird.

Nach der Legende entstammte Hubert einem aquitanischen Adelsgeschlecht und erblickte um die Mitte des siebten Jahrhunderts das Licht der Welt. Er heiratete jung, verlor seine Frau aber schon bald bei der Geburt des ersten Kindes. Vom Schmerz über diesen Verlust gebrochen, zog sich Hubert immer häufiger in die Wälder zurück und suchte Vergessen in der Jagd. Dort soll er eines Tages einen Hirsch erblickt haben, der zwischen dem Geweih ein leuchtendes Kreuz trug. Dieses Erlebnis bestärkte Hubert in seiner Absicht, sein Leben endgültig Gott zu weihen. Hubert empfing bald darauf die Priesterweihe und wirkte in der Folgezeit als Glaubensbote in Brabant und in den Ardennen. In der Bevölkerung trug er schon bald den Namen »Apostel der Ardennen «.

Wann Hubert zum Bischof geweiht wurde, ist nicht überliefert. Das Datum dürfte um 700 einzuordnen sein. Man weiß, daß er seinen Bischofssitz von Maastricht nach Lüttich verlegte. Hier errichtete er an der Stelle, wo sein von ihm sehr verehrter Lehrer Lambert zu Tode gemartert worden war, die Kathedrale der Stadt. Mit ganzem Einsatz widmete sich Hubert in den folgenden Jahren bis zu seinem Tod am 30. Mai 727 der weiteren Christianisierung der Bevölkerung in den Ardennen. Seine Bedeutung für das Christentum in dieser Gegend ist kaum zu ermessen. Etwa ein Jahrhundert nach dem Tod Huberts wurden seine Gebeine nach Andagium in den Ardennen übertragen, das heute St.-Hubert heißt. Die kostbaren Reliquien sind seit der Französischen Revolution verschollen, mutmaßliche Teile davon werden von mehreren Städten beansprucht. St.-Hubert gehörte lange zu den berühmtesten Wallfahrtsorten. Mit dem Gedenken an den heiligen Hubert sind noch weitere Volksbräuche verbunden. So weiht man in mehreren Gegenden am Hubertus-Tag Brot, Salz und Wasser, um gegen Hundebisse gefeit zu sein. Sogenanntes Hubertus-Tag Brot bringen Pilger von St.-Hubert zum Schutz für ihre Haustiere mit. Jagdhunden wurde der Abdruck eines sogenannten Hubertus-Schlüssels in die Stirn gebrannt, um den Tieren die Scheu vor dem Wasser zu nehmen.

Hubertus gehört auch zu den sogenannten Vier heiligen Marschällen. Unter dieser Bezeichnung werden außer ihm noch Antonius (Gedenktag 17. Januar), Cornelius (16. September) und Quirinus (30. April) verehrt. Diese vier Heiligen galten lange Zeit als Gott besonders nahestehend und deshalb bei Fürbitten besonders hilfreich. Die Verbindung der vier Gestalten kam durch die Wallfahrten zu den nicht weit voneinander entfernt liegenden Verehrungsstätten Korneli-münster, Neuß, St-Hubert und Köln zustande. Auf Abbildungen ist Hubertus als Jäger zu sehen, der einen Hirsch mit einem Kreuz im Geweih erspäht.

Aus „Die Heiligen und Namenspatrone im Jahreslauf“ erschienen im Delphin Verlag

Hl. Nikolaus
 
Hl. Nikolaus
 
Kirche alt
 
Blick zum Turm
 
Kirche alt
 
Blick zum Altar
 
Friedhofskreuz
 
Alte Pfarrkirche
 

Die Kirche hat ein größeres Mittelschiff mit zwei kleinen Seitenschiffen. Die Kirche soll im Jahre 1515 gebaut worden sein. Bemerkenswert ist sicherlich eine spätere Randnotiz mit folgendem Wortlaut: „Sie (die Kirche) ist viel älter." Das Chor der alten Kirche ist einjochig und nach Osten verengt (Blick zum Altar, Blick zum Turm). Die Kirche hat im Turm, im Mittelschiff und Chor kuppelartige Kreuzgewölbe, in den Seitenschiffen Tonnen mit Stichkappen. Pfarrer Wenniges bemerkte 1802, daß die Kirche vor einigen Jahren im Mauerwerk um etliche Fuß erhöht und mit einem neuen Dach versehen worden sei. Die mächtigen Pfeiler wurden 1880 verdünnt und abgerundet. In derselben Zeit wurde auch die Sakristei angebaut. Im Innern der Kirche waren nach den Visitationen von 1665, 1716 und 1745 schon drei Altäre vorhanden: Der Hauptaltar zu Ehren des Kirchenpatrons St. Nikolaus, ein Seitenaltar zu Ehren des hl. Hubertus, der früher zuweilen als Mitpatron der Kirche genannt ist, und der andere Seitenaltar zu Ehren der Muttergottes.

Die beiden Seitenaltäre wurden 1891 erneuert, und an Stelle des Hubertusaltares trat der Herz-Jesu-Altar. Das Gruppenbild des St. Hubertusaltares, das Jesus am Ölberg darstellt, im Hintergrund Judas mit einer Rotte Soldaten, wurde laut Empfangsbescheinigung des bischöflichen Kaplans Wiehoff vom 10. August 1915 in das Diözesanmuseum in Paderborn eingeliefert mit dem Vermerk, daß es Eigentum der hiesigen Kirchengemeinde bleibe. Dort hat es dann beide Weltkriege überstanden, bis es von dem jetzigen Pfarrer Kuhnhenne zurückverlangt wurde (vgl. die Abbildung).

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Nach einer Restauration schmückt es den Hochaltar als größtes und schönstes Kunstwerk der Kirche. Über diesen Altarschrein schrieb Dr. Magdalene Padberg im März 1975;Dürers Kupferstichpassion von 1508 war die Vorlage Peter von Kolshusens, als er um 1520 die Szene „Christus am Ölberg" schuf. Der Altarschrein ist wahrscheinlich für Hagen gearbeitet worden.

Kolshusen erzählt auf dem Holzrelief ein im 15. und 16. Jahrhundert bevorzugtes Thema, den Beginn des Leidensweges Christi. Mit flehenden Händen betet Jesus im Garten Gethsemane, während Petrus, Jakobus und Johannes eingeschlafen sind. Aus dem Gegensatz zwischen Beter und Schlummernden gewinnt die Darstellung dramatische Kraft.

Von ihrem Schöpfer ist nur überliefert, daß der Bildschnitzer später Laienbruder im Kloster Wedinghausen war und 1552 starb. Seine noch vorhandenen Arbeiten sind 1973 erstmalig wieder in der Ausstellung „800 Jahre Wedinghausen" vereinigt worden. Der Arnsberger Heimatbund und die Propsteigemeinde zeigten damals Werke eines Meisters, der als der am besten greifbare Bildschnitzer seines Jahrhunderts im südlichen Westfalen gilt. Nach Keßler erinnert „das krause spätgotische Linienspiel der Gewandfalten" an Veit Stoß und Tilman Riemenschneider.

Verschollen ist das Mittelstück des großen Flügelaltares, den Kolshusen für die Wedinghauser Klosterkirche geschaffen hat. Seine zwölf Apostelfiguren vom gleichen Klappaltar konnten zumindest teilweise gerettet werden. Sie gehören heute dem Landesmuseum Münster. Wohl als zerstört aber muß die zentrale Darstellung des Werkes gelten. Auch sie war dem Leiden Christi gewidmet." ...

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