Unsere Pfarrei / St. Nikolaus
2

Kirchenpatron St. Nikolaus - Bischof von Myra

Italienische Seefahrer oder Piraten raubten im Jahr 1087 die Gebeine von Bischof Nikolaus aus dem Sarkophag der Grabkirche in Myra und brachten sie nach Bari in Apulien, wo zu jener Zeit die Normannen regierten. Der leere Nikolaus-Steinsarkophag kann noch immer in der wiederhergestellten Unterkirche des Nikolaus-Gotteshauses in Myra, nahe dem heutigen Demre an der Südwestküste der Türkei, besichtigt werden. Das antike Myra allerdings ist nur noch eine Ruinenstadt.

In Bari errichtete man zur Aufbewahrung der kostbaren Reliquien auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die Basilika S. Nicola. Papst Urban 11. weihte 1089 die Krypta mit dein Schrein des heiligen Nikolaus. Bis heute gehört die Emporenbasilika zu den bedeutendsten romanischen Kirchenbauten in Süditalien. Ihre größten Kostbarkeiten sind neben dem Grab des Kirchenpatrons ein Zimborium aus dem zwölften Jahrhundert, das einzige völlig erhaltene aus dieser Zeit in Apulien, sowie der- berühmte Bischofsthron des Flia aus weichem Marmor, der aus dem elften Jahrhundert stammt und zu den außergewöhnlichsten Kunstwerken Apuliens zählt.

Das Brauchtum um die Person des heiligen Nikolaus ist sehr ausgeprägt. Am Vorabend des 6. Dezember besucht der Mann mit dem weißen Bart - oft in Begleitung von Knecht Ruprecht - die Kinder und beschenkt sie oder tadelt sie wegen Unartigkeiten. Vor die Türe gestellte Stiefel sind am Nikolausmorgen mit Süßigkeiten gefüllt. in den Alpenländern treiben noch heute am Nikolaustag vermummte Gestalten, die sogenannten Klausen, ihr Unwesen. In süddeutschen Raum, vor allem in Bayern, ersetzt Nikolaus seit dem Mittelalter oft den heiligen Erasmus (Gedenktag 2. Juni) als Nothelfer.

Die verschiedenen Darstellungen des heiligen Nikolaus beruhen auf den zahlreichen Legenden, die sich um seine Person ranken. So ist Nikolaus manchmal mit drei goldenen Kugeln auf einem Evangelienbuch abgebildet. Dies geht zurück auf die Legende, daß der Bischof einmal drei jungen Frauen, die von ihrem Vater zur Erarbeitung ihrer Aussteuer in ein Bordell geschickt worden waren, drei Beutel voller Goldstücke durch das Fenster geworfen habe, so dar die Frauen ihre Jungfräulichkeit bewahren konnten.

Eine andere Darstellung ist die mit drei Broten, was darauf zurückgeht, daß Nikolaus die Stadt Myra einmal durch sein Gebet vor einer Hungersnot bewahrt haben soll. Als Patron der Gefangenen wird der heilige Bischof verehrt, weil er einmal ein Kind aus der Gefangenschaft bei einem heidnischen König gerettet habe. Hier ist zum Schluß noch die Legende, die Nikolaus zum Schutzheiligen der Seeleute und Reisenden machte: Als einmal ein Schiff auf dem Meer in einen furchtbaren Sturm geriet und zu kentern drohte, betete die Besatzung zu Nikolaus um Hilfe. Dieser soll sogleich erschienen sein und den Sturm zum Verstummen gebracht haben. Diese Erzählung hatte die Darstellung des Bischofs mit Schiff und Anker zur Folge.
Aus „Die Heiligen und Namenspatrone im Jahreslauf“ erschienen im Delphin Verlag

Seitenanfang   <<
2
Impressum | Kontakt | Verantwortlich für Layout und Design: cob